Butscher

Barrieren abbauen, Würde stärken

Seniorenbeauftragter Butscher referiert beim Agenda-21-Kreis – Nachbarschaftshilfe ermutigen

Pressath. (bjp) „Die ältere Generation wird in Zukunft die Gesellschaft prägen“, prophezeite Vorsitzender Werner Walberer bei der jüngsten Sitzung des Agenda-21-Arbeitskreises im Dostlerhaus. In der Tat: Was man bürokratisch-trocken und ein wenig verschämt als „demographischen Wandel“ bezeichnet, ist ein gewaltiger Umbruch mit tiefgreifenden Auswirkungen auf Gesellschaft und Staat. Diesen Konsequenzen will sich die Stadt Pressath nicht entziehen.

„Wir müssen und wollen die älteren Mitbürger bei der Stadtentwicklung mit einbinden, um ihre Belange und Bedürfnisse berücksichtigen zu können“, bekräftigte Walberer, der auch dritter Bürgermeister ist. Deshalb habe die Stadtverwaltung im September in einer „zukunftsorientierten Entscheidung“ den pensionierten Forstdirektor, langjährigen Stadtrat und Bürgermedaillenträger Albert Butscher zum Seniorenbeauftragten berufen. Butscher selbst charakterisierte sein neues Ehrenamt als „Brücke und Bindeglied zwischen den Senioren und den für die Seniorenarbeit einschlägigen Institutionen“.

Seine Aufgabe sehe er darin, „die Planung und Umsetzung seniorenrelevanter Maßnahmen zu begleiten“, um „Lebensfreude und Würde“ der älteren Mitbürger zu stärken. Besonders wichtig sei der „Abbau von Barrieren“, die die Sicherheit und Bewegungsfreiheit dieser Menschen beschränkten. Neu gestaltete Altstadtstraßen sollten rollator- und rollstuhlgerecht gepflastert, Stufen und schwergängige Türen an Zugängen zu öffentlichen Gebäuden vermieden werden. Ruhebänke dürften nicht zu niedrig sein, um das Hinsetzen und Aufstehen zu erleichtern. Bei Veranstaltungen sollten einige Behindertenplätze reserviert werden. Nachdenken sollte man auch über einen Fußgängerüberweg beim Altenheim.

Nach dem Beispiel anderer Kommunen sollte auch in Pressath ein Angebot „kleiner Dienste“ aufgebaut werden, regte Albert Butscher an. Hierbei gewährten ehrenamtliche Helfer älteren und behinderten Mitmenschen Hilfe bei alltäglichen Verrichtungen. Dem Altenwerk der katholischen Kirchengemeinde und dem Alois-Schatz-Club dankte Butscher, dass sie die Anliegen der Senioren bereitwillig aufgriffen und an ihn weitergäben. Für Montag, 10. Januar, hat der Pressather Seniorenbeauftragten seinen Weidener Kollegen Alfons Heidingsfelder zu einem Vortrag über „Würde im Alter“ im Café Schwärzer eingeladen. Dieser beginne um 14.30 Uhr.

Weiden gelte als Stadt mit einer „vorbildlichen Seniorenarbeit“, merkte Albert Butscher noch an. Deshalb strebe man einen engen Kontakt zwischen Pressath und Weiden an, der gewiss viele nützliche Denkanstöße bringen werde. Erfreut äußerte sich Bürgermeister Konrad Merkl über Butschers Arbeit: Der Seniorenbeauftragte habe „vom Start weg richtig Gas gegeben“ und setze sich mit Leidenschaft für die ältere Generation ein. Butschers Ratschläge im Hinblick auf behindertengerechte Straßen- und Gebäudegestaltung nehme sich die Stadt zu Herzen. Auch Privatleute täten gut daran, für größtmögliche Barrierefreiheit Sorge zu tragen.

Dies betreffe nicht nur Geschäfte, Lokale, Vereins- oder Veranstaltungsgebäude, sondern auch Privathäuser, gab Merkl zu bedenken: „Auch bei der Planung privater Wohnhäuser sollte man bedenken, dass man einmal in seiner Beweglichkeit eingeschränkt, auf einen Treppenlift oder den Rollstuhl angewiesen sein könnte.“ Keinen Hehl machte der Bürgermeister aus seiner Verärgerung über das rücksichtslose Zuparken von Behindertenparkplätzen.

 

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