Dippel

 
Besichtigung des Holzwerkes Dippel

 Pressath. (dwu) Zu einer Besichtigung des Holzwerkes Dippel im Industriegebiet Döllnitz hatte Richard Stangl als Sprecher der Kommunalen Agenda 21 der Verwaltungsgemeinschaft Pressath eingeladen. Geschäftsführer Konrad Dippel führte die Teilnehmer in rund zwei Stunden zu allen Teilen des Betriebes und erläuterte den Ablauf der Produktion.
Fast das gesamte Regenwasser von befestigten Flächen und Dächern läuft in breite Wassergräben rund um das Gelände und wird so durch Versickerung dem Grundwasser wieder zugeführt. Sogar während der länger anhaltenden Regenfälle im Frühling sind laut Dippel keine Überläufe in das Regenabflusssystem des Industriegebietes festgestellt worden. Der üppige Bewuchs mit Schilf flog von selbst an, die Gräben sind inzwischen als Laichplatz für Amphibien gut angenommen. An einem Tag habe man sogar den Betrieb stoppen müssen, da solche Mengen an Fröschen und Kröten von den Gräben aus zum nahen Wald zogen, dass ein Befahren des Grundstückes ohne viele der Tiere zu überfahren unmöglich gewesen wäre. Eine nicht genutzte Teilfläche wird von einer Herde Rotvieh, einer alten Rinderrasse, beweidet.

Der Betrieb bezieht sein Rohmaterial, also Schnittholz, zu 80 Prozent aus der Region, nur gewisse Holzarten müssen wegen der geforderten Güte importiert werden, vor allem aus dem Osten Europas. Durch die Lagerhallen ging es weiter zu den Produktionsstätten, in denen Bodendielen, Wandverkleidungen und Paneele durch lange Maschinen geschickt und auf die gewünschte Stärke und Form gebracht werden. Diese Geräte haben einen enormen Strombedarf, so dass zu Spitzenzeiten über 700 Kilowatt pro Stunde verbraucht werden. Dippel erläuterte am Beispiel einer Hobelstrecke, dass schon eines der vielen hintereinander arbeitenden Fräsen den Verbrauch eines Kleinwagens hat.
Deshalb läuft ein Dieselmotor im Betrieb, der den Großteil des Stromes selbst erzeugt und die Abwärme zugleich für die Heizung der Trockenkammern für feuchtes Holz nutzt. Versuche, den Motor mit einem hohen Anteil aus einem Holzvergaser zu betreiben, waren zwar erfolgreich. Laut Dippel gibt es jedoch Probleme mit der Filtertechnik, da das Holzgas trotzdem noch geringe Mengen Teer enthält und damit dem Motor schadet. Zur Kraft-Wärme-Kopplung gehört auch eine Hackschnitzelheizung, die vor allem bei abgeschaltetem Motor nachts und am Wochenende die Büroräume und Trockenkammern mit Wärme versorgt. Betrieben wird sie vollautomatisch mit zerkleinerten Holzresten aus der Produktion.
Beim anschließenden kurzen Gespräch des Agenda-Kreises im Besprechungsraum der Firma dankte Stangl für die ausführliche Vorstellung. Dieter Wutzer vom Arbeitskreis Bürgersolar konnte die Gründung der „Bürgersolar Pressath GdbR“ bekannt geben und mitteilen, dass die Gründungsmitglieder und nachträglich aufgenommene Anteilseigner inzwischen über 100.000 Euro eingebracht haben. Die Anlage wird, trotz derzeit erheblicher Lieferzeiten, ziemlich sicher noch während der Sommerferien auf dem Pressather Schuldach installiert.

 Pressath, 06.06.04

 gez. Dieter Wutzer

  

 

  

 Titel „Wassergraben“: Konrad Dippel (2. v. l.) erläutert die Funktion der Versickerungsgräben für Regenwasser

  

 

 Titel „Schlosserei“: Konrad Dippel (2. v. l.) erklärt die Arbeit der betriebseigenen Schlosserei, in der die           Hobeleinsätze der Maschinen gewartet und auch selbst gefertigt werden

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